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Kurt Schellhammer: Zivilprozess, 16. Auflage 2020, 1064 Seiten, 109 € (C.F. Müller)

Das Zivilprozessrecht wird zwar im Studium angeschnitten, echte Bedeutung kommt diesem Rechtsgebiet aber erst im Referendariat zu. Absolventen der ersten Staatsprüfung gehen deshalb in der Regel mit einem diffusen (Halb-)Wissen über die Zivilprozessordnung ins Referendariat. Das liegt insbesondere auch daran, dass die Zivilprozessordnung auf praktische Fälle ausgelegt ist, deren Sachverhalte eben noch nicht feststehen, sondern erst festgestellt werden müssen.  "Zivilprozess" von Kurt Schellhammer ist ein umfangreiches und aktuelles Werk zum gesamten Erkenntnisverfahren der Zivilprozessordnung. Schellhammer ist ein Altmeister des Zivilprozessrechts und ehemaliger Präsident des Landgerichts Konstanz. Kritik Die Rezensionen zu diesem Werk sind beeindruckend. Es wird ausnahmslos gelobt, insbesondere für seine klare Sprache und Struktur, die nicht sperrig und kompliziert rüber kommt, sondern beim ersten Lesen verstanden werden will. Dieser Eindruck hat sich bei der Du...

Erbguth/Guckelberger: Allgemeines Verwaltungsrecht, 10. Auflage 2020, 666 Seiten, 25,90 € (Nomos)

Das Verwaltungsrecht gehört in der rechtswissenschaftlichen Ausbildung bekanntlich, sowohl in der ersten als auch in der zweiten juristischen Staatsprüfung, zum Pflichtstoff. Für das Allgemeine Verwaltungsrecht existieren aufgrund der nicht zu unterschätzenden Examensrelevanz einige Lehrbücher. Das vorliegende Werk versucht sowohl für die erstmalige Aneignung als auch zur vertiefenden Wiederholung eine Lösung anzubieten. Kritik Ich selbst habe das Werk seit der 5. Auflage für sämtliche Übungen und Hausarbeiten sowie zur Examensvorbereitung für die erste juristische Staatsprüfung genutzt. Jetzt nutze ich das Werk zur Vorbereitung auf die zweite juristische Staatsprüfung. Ich kann also behaupten, dass mich dieses Lehrbuch durch die gesamte juristische Ausbildung hinweg begleitet hat. Dabei hat sich das Lehrbuch weiterentwickelt. Waren es bei der 5. Auflage noch 523 Seiten sind es in der 10. Auflage schon 666 Seiten, wobei der Inhalt einer deutlichen Gliederung folgt und man den ...

Staake/von Bressendorf: Rechtshandbuch Wohngemeinschaften, 2019, 677 Seiten, 129 € (C.H. Beck)

In Deutschland leben vier Millionen Menschen in Wohngemeinschaften. Trotz dessen hat die Rechtswissenschaft das soziale Konstrukt Wohngemeinschaft bisher nur rudimentär erfasst. Dabei birgt diese Art des Zusammenwohnens mehr als genug Konfliktpotenzial, sei es die nervtötende Freundin eines Mitbewohners, der mehr oder minder eingehaltene Putzplan oder auch der ganz klassische Streit mit dem Vermieter über Schimmel im Badezimmer. Das alles sind rechtliche Probleme im Innen- und Außenverhältnis einer Wohngemeinschaft, die es zu lösen gilt. Das haben auch zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft und Praxis erkannt. Herausgekommen ist ein umfassendes Rechtshandbuch zum Thema Wohngemeinschaft. Kritik Das Rechtshandbuch setzt sich mit den rechtlichen Problemen auseinander, die bei der Begründung, dem Bestehen und der Beendigung von Wohngemeinschaften auftreten können. Dabei unterscheiden die Autoren jeweils zwischen sechs möglichen Ausgestaltungen, die Wohngemeinschaften zivilrecht...

Boeckh/Gietl/Längsfeld/Raab-Gaudin/Rappert: Klausurtraining – Die Assessor-Klausur im Zivilrecht, 2. Auflage 2018, 366 Seiten, 28 € (Nomos)

In der zweiten juristischen Staatsprüfung in Baden-Württemberg kommt den vier zivilrechtlichen von insgesamt acht Examensklausuren entscheidendes Gewicht zu. Daher gehört es zur Pflicht des Referendars, dieses Rechtsgebiet umfassend vorzubereiten. Dabei ist das vorliegende Werk eine hilfreiche Stütze, um verteilt über 13 Beispielsklausuren examensnahe Übungspraxis zu sammeln.  Die Autoren sind allesamt erfahrene Praktiker und waren teilweise langjährige hauptamtliche Arbeitsgemeinschaftsleiter für Rechtsreferendare. Sie sind seit vielen Jahren Prüfer im Ersten und Zweiten Staatsexamen. Kritik Eines vorweg: es handelt sich durchweg um eher anspruchsvolle Sachverhalte, wobei der Teufel nicht selten im Detail liegt. Das Buch eignet sich daher besonders gut für Referendare im fortgeschrittenen Vorbereitungsstadium.  Die Autoren konzentrieren sich thematisch in prozessualer Hinsicht überblicksartig auf die wichtigsten Themengebiete (erstinstanzliches Urteil inkl. T...

Tipke/Lang: Steuerrecht, 23. Auflage 2018, 1662 Seiten, 64,80 € (Verlag Dr. Otto Schmidt)

Das deutsche Steuerrecht beschäftigt den angehenden Juristen lediglich im universitären Teil der ersten juristischen Staatsprüfung. Angesichts der umfassenden Präsenz des Steuerrechts muss dies überraschen. Kaum ein Rechtsanwalt wird nicht früher oder später die steuerrechtlichen Bedürfnisse seiner Mandantschaft beachten müssen und jeder Richter hat die oft vergessene Anzeigepflicht aus § 116 AO zu beachten. Dementsprechend müssen sich Referendare im bayrischen Assessorexamen einer Steuerrechtsklausur stellen. Aufgrund der Komplexität und des ständigen Wandels des Rechtsgebietes scheint dies keine einfache Aufgabe zu sein.  Das sind auch Umstände, denen sich die Autoren des vorliegenden Werkes stellen müssen. Sie treten nicht nur an, um ein Lehrbuch zu präsentieren, sondern auch ein grundlegendes Nachschlagewerk. Die Autoren Seer, Hey, Englisch und Hennrichs bringen hierbei ihre Erfahrungen als Universitätsprofessoren ein, wohingegen der Autor Montag seine Erfahrungen als Steu...

Udo Kornblum/Michael Stürner: Fälle zum Allgemeinen Schuldrecht, 8. Auflage 2017, 234 Seiten, 23,90 € (C.H.Beck)

Das vorliegende Werk stammt aus der JuS-Schriftenreihe. Es behandelt den zentralen Problemen des Allgemeinen Schuldrechts. Das Buch dient als Vorbereitung auf Klausuren für Fortgeschrittene sowie der Wiederholung für die Examensvorbereitung. Udo Kornblum ist emeritierter Professor der Universität Stuttgart. Michael Stürner ist Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Konstanz und Richter am OLG Karlsruhe. Kritik Zielsetzung dieses Fallbuches ist es, das Allgemeine Schuldrecht anhand der Fallbearbeitung zu behandeln. Die insgesamt 20 Fälle richten sich an mittlere und höhere Semestern, welche schon über entsprechende Vorkenntnisse verfügen.  Der Aufbau des Buches ist folgendermaßen: Auf den ersten Seiten findet sich eine Übersicht über die Fälle und deren jeweiligen Problemschwerpunkten. Die Fälle selbst sind in eine stichpunktartige Überschrift mit den Themenschwerpunkte...

Volker Krey/Manfred Heinrich: Deutsches Strafverfahrensrecht, 2. Auflage 2019, 484 Seiten, 32,00 Euro (Kohlhammer)

Mit dem deutschen Strafverfahrensrecht wird der angehende Jurist zunächst in der Strafrechtsklausur des ersten Staatsexamens konfrontiert. Hier kann man sich in der „strafprozessualen Zusatzfrage“ durchaus nicht zu unterschätzenden Problemen gegenübersehen, die unter Umständen über das Bestehen oder andere wichtige Notengrenzen der Klausur entscheiden. Darüber hinaus wird das Strafverfahrensrecht an einigen Universitäten als universitäre Schwerpunktprüfung angeboten, sodass sich bereits im Rahmen des Universitätsstudiums eine eingehende Auseinandersetzung mit der Materie empfiehlt.    An die erste Staatsprüfung schließt sich dann auch der Juristische Vorbereitungsdienst an, in dem gefestigte und vertiefte Kenntnisse des Strafverfahrensrecht unabdingbar sind. Das Werk richtet sich jedoch nicht nur an Studenten und Referendare, sondern auch ausdrücklich an Praktiker.  Der Begründer des Werks Dr. Volker Krey ist emeritierter Professor der Universität Trier und ...

Jörg Fritzsche: Fälle zum Schuldrecht II, 5. Auflage 2019, 337 Seiten, 24,90 € (C.H. Beck)

Das vorliegende Werk ist das dritte Fallbuch von Jörg Fritzsche zum Bürgerlichen Recht. Nachdem er in den beiden vorherigen Bänden den Allgemeinen Teil des BGB und die vertraglichen Schuldverhältnisse behandelt hat, konzentriert er sich hier auf Fälle zu den Gesetzlichen Schuldverhältnissen. Das Fallbuch soll die Anwendung des Vorlesungsstoffs in der Fallbearbeitung trainieren Jörg Fritzsche ist ordentlicher Professor an der Universität Regensburg. Dort hat er einen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht inne. Kritik Fritzsche hat sein Fallbuch folgendermaßen aufgebaut: Auf den ersten Seiten finden sich zunächst Hinweise zur Fallbearbeitung gesetzlicher Schuldverhältnisse, insbesondere Aufbauschemata. Sodann folgen insgesamt 27 Fälle, wobei der Fokus auf dem Delikts- und Bereicherungsrecht liegt. Zur Geschäftsführung ohne Auftrag finden sich lediglich zwei Fälle. Vor jeder Falllösung ist eine kurze Gliederung mit Problemschwerpunkten vorangeste...

Markus Kenntner: Öffentliches Recht Baden-Württemberg, 2. Auflage 2017, 360 Seiten, 32 € (Nomos)

In der zweiten juristischen Staatsprüfung im Land Baden-Württemberg zählen das Polizeirecht, Kommunalrecht, Bau- und Straßenrecht zu den Kernbereichen des öffentlichen Rechts, in denen das Landesjustizprüfungsamt sichere Rechtskenntnisse erwartet. Zugleich bildet das Verwaltungsprozessrecht den formalen Rahmen, innerhalb dessen Fragen zum materiellen Recht zu beantworten sind. Um diesen Anforderungen Rechnung zu tragen, hat Markus Kenntner ein Werk geschaffen, das die erforderlichen Kenntnisse in gedrängter Form aufbereitet. Der Autor wurde im August 2006 zum Richter am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg ernannt. Seit 2012 ist Markus Kenntner Richter am Bundesverwaltungsgericht. Kritik Das Lehrbuch richtet sich an Referendare, die sich auf das zweite Staatsexamen vorbereiten. Es konzentriert sich in materieller Hinsicht auf das Polizeirecht, Kommunalrecht, Bau- und Straßenrecht in Baden-Württemberg. Einleitend finden sich einige Hinweise zur Klausurtechnik im zwe...

Dieter Medicus/Jens Petersen: Bürgerliches Recht, 26. Auflage 2017, 511 Seiten, 24,90 € (Vahlen)

Das von Dieter Medicus begründete und nun von Jens Petersen fortgeführte Werk "Bürgerliches Recht" ist das wohl bekannteste Standardwerk zur zivilrechtlichen Examensvorbereitung. Das Werk will das examensrelevante Zivilrecht wiederholen und vertiefen. Und zwar ohne Rücksicht auf die Einteilung des BGB in seine fünf Bücher. Vielmehr orientiert sich der Aufbau an den zivilrechtlichen Anspruchsgrundlagen. Innerhalb der einzelnen Anspruchsgrundlagen sind dann Querverbindungen und Vergleiche zu anderen Rechtsgebieten eingearbeitet. Dieter Medicus war Professor für Römisches, Antikes und Bürgerliches Recht in München. Jens Petersen lehrt Bürgerliches Recht, Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht an der Universität Potsdam. Kritik Die Darstellung beginnt mit Ansprüchen aus Vertrag und arbeitet sich über die Geschäftsführung ohne Auftrag, dinglichen und deliktischen Ansprüchen bis zum Bereicherungsrecht vor. Das Werk schließt mit Abschnitten zu Einwendungen und v...

Moritz Hennemann: Höchstrichterliche Rechtsprechung in der Fallbearbeitung (Zivilrecht), 1. Auflage 2018, 181 Seiten, 19,99 € (C.F. Müller)

Die Rechtsprechung des BGH ist für die Bearbeitung von Examensklausuren nicht zu unterschätzen. Häufig werden Examensklausuren an Entscheidungen des BGH orientiert. Moritz Hennemann stellt in seinem Werk vor allem die Rechtsprechung des BGH für Examenskandidaten zusammen. Dabei werden die relevanten Aussagen der Entscheidungen dargestellt und die Entscheidungen knapp besprochen. Der Autor ist Akademischer Rat a. Z. an der Universität Freiburg. Kritik Das Buch richtet sich an Studierende in der Examensvorbereitung. Dargestellt werden 60 höchstrichterliche Entscheidungen. Diese sind überwiegend Entscheidungen des BGH. Das Buch stellt die Urteile sehr knapp dar und setzt Vorwissen auf dem Niveau einer Examensvorbereitung voraus. Zu jeder Entscheidung werden zunächst die Leitsätze angegeben. Nach einer kurzen Erläuterung des Sachverhalts wird der Inhalt der Entscheidung erläutert. Hier werden zum Teil Ausschnitte aus dem Urteil wörtlich zitiert. Zum anderen wird die Entscheidung e...

Manfred Wandt: Versicherungsrecht, 6. Auflage 2016, 621 Seiten, 34,90 € (Vahlen)

Das Versicherungsrecht gehört, soweit ersichtlich bis auf wenige Ausnahmen, nicht zum Pflichtstoff im ersten juristischen Staatsexamen. Mit fehlender praktischer Relevanz ließe sich dies freilich nicht erklären, denn das Bedürfnis Haftungs- und somit oftmals Existenzrisiken im Wege der Versicherung zu sozialisieren und damit weitgehend zu schließen, ist ungebrochen. So ist schwer vorstellbar, dass ein Jurist, gleich welcher beruflichen Entwicklung, nicht irgendwann in seiner beruflichen Laufbahn sich mit Fragen des Versicherungsrechts konfrontiert sieht.  Darüber hinaus bieten manche Universitäten Versicherungsrecht als Wahlfach im Rahmen der universitären Schwerpunktprüfung des Staatsexamens an. Weiterhin bilden sich an manchen Landgerichten Schwerpunktkammern für das Versicherungsrecht, womit auch klar sein dürfte, dass sich auch Auszubildende im juristischen Vorbereitungsdienst dem Versicherungsrecht stellen müssen. Der Autor ist Geschäftsführender Direktor des Instituts ...

Haratsch/Koenig/Pechstein: Europarecht, 11. Auflage 2018, 850 Seiten, 36, 00 € (Mohr Siebeck)

Das Europarecht ist neben dem Internationalen Privatrecht, Familien- und Erbrecht und StPO eines der Rechtsgebiete, welches von den meisten Examenskandidaten auf Lücke gelernt wird. Es gehört aber in seinen Grundzügen zu den Pflichtfächern im Examen und sollte daher im Grundsatz auch beherrscht werden. Eine rein europarechtliche Klausur im Pflichtfach ist eher unwahrscheinlich. Dafür wären Studenten, die einen europarechtlichen Schwerpunkt gewählt haben, zu sehr bevorteilt. Wahrscheinlich ist, dass Klausuren aus dem Staats- und Verwaltungsrecht um europarechtliche Fragen erweitert werden. Andreas Haratsch, Christian Koenig und Matthias Pechstein bieten nun bereits in 11. Auflage ein umfangreiches Lehrbuch zum Europarecht an. Alle drei sind Professoren mit einem europarechtlichen Forschungsschwerpunkt. Kritik Das Lehrbuch richtet sich ausweislich des Vorwortes in erster Linie an Studierende. Auf rund 800 Seiten werden die relevanten Grundlagen und Fragen des Europarechtes aus...

Christian Heinrich: Examensrepetitorium Zivilrecht, 2. Auflage 2018, 591 Seiten, 44, 90 € (C.H. Beck)

Die meisten Klausuren im ersten Staatsexamen werden im Zivilrecht geschrieben. Das macht eine gründliche und fallorientierte Vorbereitung notwendig, wozu insbesondere eine eigenständige Fallbearbeitung gehört. Christian Heinrich legt nun bereits in zweiter Auflage ein Examensrepetitorium zum Zivilrecht vor, in welchem insgesamt 22 Examensklausuren besprochen werden. Christian Heinrich ist Professor an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Kritik Das Werk erscheint in einem ungewohnten DIN A4 Format. Grund dafür werden die zahlreichen Übersichten sein, die sich schwerlich in ein kleineres Format hätten einzwängen lassen. Bei der Arbeit mit dem Buch stört dieses Format aber nicht. Die Arbeit wird vielmehr erleichtert. Denn es bleibt so aufgeschlagen liegen und klappt nicht einfach so zusammen. Heinrich hat das Werk folgendermaßen aufgebaut: Jede der 22 Klausuren beginnt mit einem Sachverhalt. Darauf folgt eine Lösungsübersicht und sodann der ausformulier...

Beulke, Werner: Klausurenkurs im Strafrecht III, 5. Auflage 2018, 680 Seiten, 26, 99 € (C.F. Müller)

Gegenstand der Rezension ist der dritte und letzte Teil des dreiteiligen Klausurenkurses zum Strafrecht von Werner Beulke. Die drei Klausurenkurse sind nach Schwierigkeitsgrad geordnet und wollen stufenweise auf die Anfänger- bzw. Fortgeschrittenenübung sowie das erste Examen vorbereiten. Werner Beulke war Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie an der Universität Passau. Heute ist er als Gutachter und Strafverteidiger tätig. Kritik Das Werk richtet sich insbesondere an den Examenskandidaten. Die Klausuren haben das Niveau einer Klausur im ersten Staatsexamen. Anhand des Klausurenkurses unternimmt der Leser eine bunte Reise durch das materielle Strafrecht, die mit strafprozessualen Zusatzfragen angereichert ist.  Der Aufbau ist der selbe wie in den beiden ersten Teilen: Auf den Sachverhalt folgt zunächst eine stichpunktartige Kurzlösung und danach der ausführliche Lösungsvorschlag. Am Ende eines Falles gibt Beulke Definitionen zum Auswendi...

Kai Purnhagen: Europarecht, 3. Auflage 2018, 3. Auflage 2018, 164 Seiten, 9, 90 € (C.H. Beck)

Europarecht. Neben dem Internationalen Privatrecht, Familien- und Erbrecht und StPO das Rechtsgebiet, welches von den meisten Examenskandidaten auf Lücke gelernt wird. Es gehört in seinen Grundzügen zu den Pflichtfächern im Examen und sollte daher im Grundsatz auch beherrscht werden. Im Examen wird in der Regel keine rein europarechtliche Klausur auftauchen. Zu groß wäre der faktische Vorteil von den Studenten, die einen europarechtlichen Schwerpunkt gewählt haben. Wahrscheinlich ist, dass Klausuren aus dem Staats- und Verwaltungsrecht um europarechtliche Fragen erweitert werden.  Genau daran setzt diese kompakte Darstellung des Europarechts an. Es will den Studenten zur Bewältigung der gängigen Fragestellungen in juristischen Klausuren befähigen. Der Autor, Kai Purnhagen, ist Associate Professor an der niederländischen Universität Wageningen. Kritik Purnhagen behandelt die wichtigsten Bereiche des Europarechts in einer außerordentlichen Reduktion auf das Wesentlic...

Ennuschat/Ibler/Remmert: Öffentliches Recht in Baden-Württemberg, 2. Auflage 2017, 337 Seiten, 29, 80 € (C.H. Beck)

Das besondere Verwaltungsrecht variiert von Bundesland zu Bundesland aufgrund der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland. Obwohl es in seinen Grundzügen sehr ähnlich ist, ergeben sich trotzdem prüfungsrelevante Unterschiede. Das gilt insbesondere für das Verwaltungsvollstreckungsrecht der Länder. Daher bietet es sich an, das Polizei-, Kommunal- und Baurecht mit einem länderspezifischen Lehrbuch zu erarbeiten. Danach kann man gelassen auf die allgemeinen Bücher zu diesen Rechtsgebieten zurückgreifen. Schließlich ist man dann mit den länderspezifischen Besonderheiten einigermaßen vertraut. Drei Professoren der Rechtswissenschaft haben das vorliegende Lehrbuch bearbeitet. Jörg Ennuschat das Kommunal-, Martin Ibler das Polizei- und Barbara Remmert das Baurecht. Kritik Die Autoren versprechen eine prüfungsorientierte Darstellung der drei Rechtsgebiete und das liefern sie auch. Die Darstellung ist prägnant und wird mit verfassungsrechtlichen und prozessualen Frage...

Beulke, Werner: Klausurenkurs im Strafrecht II, 3. Auflage 2014, 302 S., 20, 99 € (C.F. Müller)

Gegenstand der Rezension ist der zweite Teil des dreiteiligen Klausurenkurses zum Strafrecht von Werner Beulke. Die drei Klausurenkurse sind nach Schwierigkeitsgrad geordnet und wollen stufenweise auf die Anfänger- bzw. Fortgeschrittenenübung sowie das erste Examen vorbereiten. Werner Beulke war Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie an der Universität Passau. Heute ist er als Gutachter und Strafverteidiger tätig. Kritik Das Werk richtet sich insbesondere an den fortgeschrittenen Studenten im zweiten bis vierten Semester. Die Klausuren haben das Niveau einer anspruchsvollen Fortgeschrittenenübung. Der Klausurenkurs kann und sollte jedoch auch von Kandidaten bearbeitet, die sich auf das erste Staatsexamen vorbereiten. Schließlich werden die Probleme im Examen die gleichen sein. Unterschiede finden sich in der Regel eher im Umfang der Klausur. Zum Aufbau: Auf den Sachverhalt folgt zunächst eine stichpunktartige Kurzlösung und danach der ausführl...

Steffen Detterbeck: Allgemeines Verwaltungsrecht mit Verwaltungsprozessrecht, 16 Auflage 2018, 708 Seiten, 26, 90 € (C.H, Beck)

Das öffentliche Recht im universitären Studium setzt sich aus zwei großen Bereichen zusammen. Dem Staatsrecht und dem Verwaltungsrecht. Das Verwaltungsrecht selbst teilt sich in das Allgemeine und Besondere Verwaltungsrecht auf. Das allgemeine Verwaltungsrecht bestimmt wie der Allgemeine Teil des BGB für das bürgerliche Recht die grundlegenden Regeln die auch für das Besondere Verwaltungsrecht gelten. Wer also die Grundlagen des Allgemeinen Verwaltungsrechts nicht beherrscht, wird auch das Besondere Verwaltungsrecht nicht erfolgreich bewältigen können.  Daher muss das Allgemeine Verwaltungsrecht verstanden und angewandt werden können. Dafür ist, neben universitären Veranstaltungen, ein geeignetes Lehr- oder Lernbuch notwendig. Ein solches legt Detterbeck nun bereits in der 16. Auflage vor. Steffen Detterbeck ist Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Philipps-Universität Marburg. Kritik Das Lernbuch richtet sich in erster Linie an Studenten in den ersten und...

Joecks/Jäger: Studienkommentar Strafgesetzbuch, 12. Auflage 2018, 963 Seiten, 29, 80 € (C.H. Beck)

In strafrechtlichen Klausuren kommt es darauf an unter hohem Zeitdruck möglichst viel Wissen mit einer richtigen Schwerpunktsetzung in einem Gutachten zu Papier zu bringen. Das ist sowohl für den Kopf als auch die Schreibhand anstrengend. Strafrechtliche Klausuren sind zeitlich kaum zu bewältigen, ohne dass man ein gewisses Wissen mit hinreichender Detailtiefe besitzt. Einfach ausgedrückt: Wer die typischen Probleme vorher nicht bereits kennt, die in der konkreten Strafrechtsklausur auftauchen, wird keine Zeit haben, sich deren Lösungen mit Nachdenken in der Klausursituation zu erarbeiten. Notwendig sind also abstraktes Wissen und grundlegendes Verständnis sowie deren fallbezogene Anwendung. Genau das will der vorliegende Studienkommentar dem fortgeschrittenen Studenten und Examenskandidaten vermitteln. Der Studienkommentar wird nun von Christian Jäger bearbeitet nachdem Wolfgang Joecks im Sommer 2016 leider überraschend verstorben ist. Jäger ist Inhaber des Lehrstuhls für...